Rosskastanie – das natürliche Venenmittel bei schweren Beinen und Venenbeschwerden
Der Herbst meint es gut mit all jenen, die unter schweren Beinen, Wassereinlagerungen, müden Beinen oder Venenbeschwerden leiden. Denn jetzt schenkt uns die Natur eine wertvolle Heilpflanze, die bereits seit Jahrhunderten genutzt wird: die Rosskastanie.
Ihr wichtigster Inhaltsstoff Aescin ist heute gut erforscht und findet sich auch in zahlreichen Arzneimitteln und Präparaten zur Unterstützung der Venengesundheit.
Venenmittel Rosskastanie und ihr Inhaltsstoff Aescin
Die Rosskastanie ist ein Baum mit einer bemerkenswerten Geschichte. Bereits während der Türkenbelagerung wurden ihre Samen als Heilmittel für Pferde verwendet. Vor allem bei Pferdehusten kamen die Kastanien zum Einsatz. Daher stammt auch ihr Name, denn die Kastanie war für die „Rösser“ ein wertvoller Helfer.
Doch nicht nur Pferde profitieren von den Inhaltsstoffen der Rosskastanie. Auch für uns Menschen sind vor allem die Samen interessant. Sie enthalten Aescin, einen sekundären Pflanzenstoff aus der Gruppe der Saponine.
Aescin wird aufgrund seiner gefäßschützenden, venenstärkenden und entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt. Es kann die Spannung der Gefäßwände erhöhen und gleichzeitig die Durchlässigkeit kleinster Blutgefäße reduzieren. Dadurch kann weniger Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe austreten. Schwellungen und Wassereinlagerungen können dadurch vermindert werden.
Gerade bei schweren, müden oder geschwollenen Beinen wird die Rosskastanie deshalb traditionell eingesetzt. Auch bei Beschwerden rund um Krampfadern und Hämorrhoiden findet sie Verwendung.
Warum entstehen Krampfadern?
Krampfadern sind dauerhaft erweiterte Venen. Normalerweise sorgen kleine Venenklappen dafür, dass das Blut entgegen der Schwerkraft zurück zum Herzen fließen kann. Funktionieren diese Klappen nicht mehr richtig, kann sich Blut in den Beinen stauen. Die Venen werden dadurch stärker belastet und können sich mit der Zeit erweitern.
Zu den Faktoren, die Venenbeschwerden begünstigen können, zählen unter anderem langes Stehen oder Sitzen, Übergewicht, Schwangerschaft und eine familiäre Veranlagung.
Die Rosskastanie kann hier eine interessante natürliche Unterstützung darstellen, insbesondere aufgrund ihres Inhaltsstoffes Aescin.
Jetzt ist die richtige Zeit zum Sammeln
Der Herbst ist die ideale Jahreszeit, um sich mit Rosskastanien einzudecken. Die glänzenden braunen Samen fallen jetzt von den Bäumen und lassen sich leicht sammeln.
Aus den Kastanien kann beispielsweise eine Rosskastanien-Tinktur hergestellt werden. Sie ist mit wenigen Zutaten relativ einfach anzusetzen und kann anschließend äußerlich zur Pflege und Unterstützung beanspruchter Beine verwendet werden.
Und genau deshalb lohnt sich jetzt ein Spaziergang unter den Rosskastanien: Was im Herbst vor unsere Füße fällt, kann mit dem richtigen Wissen zu einem wertvollen Bestandteil der natürlichen Hausapotheke werden.
Rosskastanien-Tinktur selbst herstellen
Im Anschluss findest du noch mein Rezept für eine wunderbare Tinktur :)
Gemixte und getrocknete Kastanien eigenen sich auch sehr gut als Badezusatz für die Wanne, aber auch für ein Teilbad.
Rezept Rosskastanien Tinktur
Zutaten:
Marmeladeglas mit Deckel, Korn oder Wodka 38 %, frische Rosskastanien
Zubereitung:
Rosskastanien mit dem Messer in grobe Stücke hacken, aber bitte vorsichtig, da manche von ihnen sehr hartnäckig sein können und das Messer schnell abrutschen kann. Zwei Drittel vom Marmeladeglas mit den gehackten Kastanien befüllen und mit Korn oder Wodka aufgießen.
Zwei bis drei Wochen an einem warmen und eventuell sonnigen Ort stehen lassen, täglich schütteln und alle paar Tage kurz den Deckel öffnen. Wenn die Zeit des Wartens vorbei ist kann die Tinktur durch ein Leinentuch abgeseiht werden. Die Kastanien entfernen und deine Tinktur ist bereit für den Einsatz.
Anwendung:
Innerlich: 2-3 mal täglich 10 - 30 Tropfen mit etwas Wasser verdünnt einnehmen.
Äußerlich: als Kompresse, verdünnt als Teilbad, Waschung, eingerührt in Salben oder Cremen, als Venengel verarbeitet, aber auch in Sprühflaschen abgefüllt verwendbar (20 % Tinktur, 80 % Pfefferminzhydrolat).